Eine Frage der Menschlichkeit

22 Jan

In den deutschen Kinos läuft derzeit „Die Unsichtbaren – Wir wollen leben“, ein Film über vier Berliner Juden, die während der Nazizeit im Versteck überleben konnten. Nun, 75 Jahre später, hat die Bundesregierung entschieden, die Stelle einer/eines Antisemitismus-Beauftragten zu schaffen. Was ist los mit uns Deutschen? 

Von Liva Haensel

„Mich hat sehr berührt, dass dieser junge Mann im Film am Ende sagt, wenn man ein einziges Menschenleben rettet, dann rettet man die ganze Welt.“ Ein Publikumsbeitrag im Abaton-Kino in Hamburg am Sonntagmorgen. 200 Menschen sind gekommen, um sich den auf Zeitzeugen  basierenden Film „Die Unsichtbaren“ anzuschauen und nach der Vorführung darüber zu diskutieren. Der junge Mann im Film ist Cioma Schönhaus, einer der Protagonisten aus Berlin, der die Nazizeit — immer auf der Flucht und in dauernder Gefahr, erkannt und verraten zu werden, überleben konnte. Der Reichspropaganda-Minister Joseph Goebbels hatte 1943 Berlin als „judenfrei“ proklamiert. Tatsächlich hatten sich bis dahin etwa 7000 Juden dem Deportationsbefehl in den Osten widersetzt und lebten fortan im Untergrund in der Hauptstadt. „Die Unsichtbaren“ existierten nun offiziell nicht mehr. Sie schlüpften unter bei Freunden und Fremden, wochen- oder tageweise, illegal, ohne Geld und Papiere. Dieser Lebensgefahr setzen sich auch ihre Helfer aus. Menschen, die aus allen Schichten kamen, manchmal keine politischen Absichten verfolgten, aber tief in sich spürten, dass der tödliche Auslöschungsstrategie der Nationalsozialisten etwas entgegengesetzt werden musste.

Ich wollte etwas für mein Vaterland tun.                                                                     (Helene Jacobs, Widerstandskämpferin)

Schönhaus zitiert in der Schlussszene seine Retterin Helene Jacobs. Sie ermöglichte ihm, bis zum Schluss in einer Werkstatt als Passfälscher zu arbeiten. Am Ende warnte sie ihn noch vor einer drohenden Verhaftung — und wurde selbst abgeholt. Helene Jacobs gehörte der Bekennenden Kirche an und wurde zu 2,5, Jahren Zuchthaus verurteilt. Sie habe ihm und anderen Juden mit falschen Papieren, Lebensmitteln und Quartier geholfen, um „etwas für ihr Vaterland“ zu tun, habe sie ihm einmal gesagt. Das hat ihn, den damals jungen Grafiker, der sich auf dem Fahrrad am Kriegsende durch das zerbombte Deutschland in die Schweiz durchschlug, sehr beeindruckt. Schönhaus konnte sich ein neues Leben in der Schweiz aufbauen, er gründete eine Familie und starb 2015. Vor der Kamera sieht man einen Menschen, der mit sich und seiner Umwelt im Reinen ist. Vermutlich auch, weil er in dem Wahnsinn der Nazizeit, den er durchlitt, auf die Frage nach Menschlichkeit eine positive Antwort erleben konnte.

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Cioma Schönhaus (gespielt von Max Mauff). Fotos: TOBIS

Was ist heute los in Deutschland?

Die Menschen in dem Kinosaal haben einen Altersdurchschnitt von 55+. Junge Menschen unter 20 Jahren sind nicht gekommen. Die moderierte Diskussion, die die Hamburger Balint-Gesellschaft übernommen hat, ist emotional. Alle Teilnehmer drücken ihre Gefühle aus, packen in Worte, was sie beschäftigt. Aber ein wichtiger Aspekt fehlt: Was ist heute los in Deutschland? Wie steht es um unseren eigenen Rassismus und Antisemitismus? Sind wir, die Zuschauer, auf der sicheren Seite, weil wir Hochschulausbildungen und gute Jobs haben?

Zur Erinnerung: Eine rechte Partei sitzt im Bundestag und hat eine signifikante Wählerschaft in den neuen Bundesländern vorzuweisen. Die NSU konnte jahrelang agieren und morden ohne dass Staat und Gesellschaft es gemerkt haben (oder merken wollten). In Dessau wird ein Prozess nach langer Zeit wieder aufgerollt mit vielen Fragezeichen an die deutsche Justiz, bei dem ein Asylbewerber aus Sierra Leone mutmaßlich in seiner Zelle verbrannt wurde. Die Bundesregierung hat gerade das Amt einer/eines Antisemitismus-Beauftragten bestätigt.

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Das Waisenkind Hanny Levy (gespielt von Alice Dwyer) kommt bei Frau Kolzer (Naomi Krauss) in Tempelhof unter. Sie überlebt und wandert später nach Paris aus.

Der Antisemitismus-Bericht, der seit 2013 jährlich erscheint, gibt auf rund 300 Seiten Auskunft darüber, welche Formen des Antisemitismus es gibt, wie dieser ausgeprägt ist und welche Handlungsmöglichkeiten sich daraus ergeben. Ein Punkt darin ist, dass Einrichtungen, die aufklären und fördern, unbedingt finanziell sichergestellt werden sollten. Ein paar Kapitel sind auch dem „Israel bezogenen Antisemitismus“ geschuldet. In diese Kategorie, die naturgemäß parallel zum Nahostkonflikt und Israels Anspruch auf die Westbank, Gaza und Jerusalem entstand, fällt vermutlich das Verbrennen israelischer Flaggen auf Demonstrationen in Deutschland. Auch geht der Bericht auf Judenfeindlichkeit unter Migranten und Muslimen ein. Dennoch stellt er am Ende  heraus: Antisemitismus ist ein primär rechtes Problem. Es muss in der Mitte der Gesellschaft bekämpft werden. Das Problem existiert in unseren Emotionen, eine Messung eben dieser ist eine schwierige Angelegenheit. Wir können uns ergo nicht zu den Wissenden stilisieren, die sich besser anders verhalten und die wir so gerne wären.

Ich kann eingreifen. Oder es sein lassen.

Zivilcourage kann man üben. In Trainings und Diversity-Workshops. Aber vor allem in Alltagssituationen, in ganz normalen Gesprächen. Im Kontakt mit Menschen, am besten vielen unterschiedlichen Menschen. Wie reagiere ich, wenn ich mitbekomme, dass auf dem U-Bahn-Steig ein schwarzer Mann von Polizisten nach seinen Papieren gefragt wird? Nehme ich als Nicht-Betroffene das „Racial Profiling“ überhaupt wahr? Ich kann eingreifen. Ich kann es auch sein lassen. Habe ich Kontakt mit jüdischen Schülern, Nachbarn, Bekannten, der Gemeinde in meinem Ort? Sogar die Volkshochschulen bieten Kurse zu Judentum und jüdischer Literatur an. Ich kann einen Kurs belegen. Ich kann es auch sein lassen.

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Ruth Gumpel (2. v. l, gespielt von Ruby O. Fee) serviert mit falscher Identität Delikatessen bei einem Nazi-Offizier. Sie und ihre Familie können so dem Holocaust entkommen.

Ich erinnere mich, wie ich vor vielen Jahren einmal in einer Berliner-S-Bahn Richtung Steglitz die Zeitung „Jüdische Allgemeine“ las. Mir gegenüber saß ein Ehepaar, das sehr gut gekleidet war, beide etwa Ende 50. Die Frau guckte auf den Zeitungstitel, beobachtete mich eindringlich und guckte dann wieder auf den Titel. Schließlich trafen sich unsere Blicke und sie lächelte mich an. Ihr Lächeln bestand aus einem Mund, der zu einer Grimasse verzerrt war. In ihren Augen konnte ich eine Mischung aus Mitleid und Argwohn entdecken.

Dieses Erlebnis wäre eigentlich klein und fast unbedeutend gewesen. Hätte es mir damals nicht so deutlich gezeigt, was es bedeutet, auf einmal als „anders“ wahrgenommen zu werden. Mitten in der Weltstadt Berlin.

 

Der Film „Die Unsichtbaren“ des Regisseurs Claus Räfle läuft seit November 2017 in den deutschen Kinos. 

Begleitung im Jordantal

7 Jan

 

Die Begleitpersonen im Jordantal tragen eine weithin sichtbare Weste mit der Friedenstaube.                                      Foto: Vanessa

Von Vanessa 

Obwohl ich erst seit knapp zwei Wochen in Jericho bin, kommt es mir schon viel länger vor. Ich habe das Gefühl, das Jordantal von Jericho im Süden bis Bardala im Norden mit seinen Menschen und deren Geschichten langsam zu kennen.  Besonders die Besuche bei Mahyoub sind inzwischen so, als würden wir zu einem alten Freund kommen.  Mahyoub ist ein Beduine aus Khirbet Samra, einer kleinen Gemeinde im Norden der Westbank.  Er besitzt ungefähr zweihundert Schafe und Ziegen und die Familie lebt vom Verkauf des Käses.  Wir von EAPPI kommen zweimal pro Woche, um ihn mit seinen Schafen in die Berge zu begleiten. Futter zu kaufen ist sehr teuer für Mahyoub, weshalb er lieber mit den Schafen tagsüber in umliegende Gebiete geht, wo es genug Pflanzen zum Fressen gibt. Die Ländereien sind im Besitz seiner Familie, die entsprechenden Papiere sind vorhanden. Sein Zelt und das seiner Cousins liegen in einem Tal zwischen den Bergen. Auf dem gegenüberliegenden Hügel befinden sich ein israelischer Militärstützpunkt und ein Siedlungsaußenposten[1], der im Dezember 2016 errichtet wurde. Davor war sein Leben als Schäfer im Jordantal zwar schwierig, seitdem der Außenposten errichtet wurde, wird das Leben in Khirbet Samra jedoch zunehmend unerträglich. Mahyoub traut sich alleine nur noch auf die eine Seite des Tals direkt hinter seinen Zelten, da er
Angst vor den Siedlern hat. Aber dort gibt es inzwischen nicht mehr genug Futter für die Tiere, weshalb EAPPI Mahyoub und seine zwei Cousins seit ein paar Monaten begleitet, wenn sie mit den Schafen auf die andere Seite des Tals gehen, in Richtung Außenposten.

Schutz durch Anwesenheit

Einmal haben wir einen Militärjeep gesehen, wie er zum Außenposten gefahren ist und die Soldaten dort offensichtlich mit Uri gesprochen haben, bevor sie uns langsam auf der Straße gefolgt sind und beobachtet haben. Einmal sind die Soldaten ausgestiegen und sind auf uns zugekommen, als wir gerade eine Pause gemacht und Tee getrunken haben.  An diesem Tag waren auch israelische Vertreter der Gruppe „Ta’ayush“ in Khirbet Samra anwesend.  Auch sie begleiten Menschen unter Besatzung in ihrem Alltag.  Wir tauschen uns gern mit ihnen aus und besprechen unsere möglichen Einsatzzeiten, um uns effektiv aufzuteilen. Von den Soldaten wurde uns an diesem Tag gesagt, dass das hier Uris Land sei.  Teile des Gebiets sind offiziell als Naturreservat markiert, Teile gehören zu einem militärischen Übungsgelände, aber laut Mahyoubs Dokumenten gehört das Land seiner Familie.  Wir werden aufgefordert, „Uris Land“ zu verlassen und auf die andere Straßenseite zu gehen, in den Bereich, der als militärische Sperrzone gilt. Dort ist es angeblich in Ordnung, Schafe zu hüten.  Jedes Mal wird Mahyoub etwas anderes gesagt.

Die Siedler des Außenpostens kommen auch ab und zu nachts zur Familie und fahren mit dem Jeep um die Zelte und die Schafe herum, um der Familie Angst zu machen und sie einzuschüchtern. Mahyoubs Mutter berichtet uns davon, wie sie sich gefühlt hat, als sie einmal nachts alleine im Zelt lag und den Jeep gehört hat: „Es war schrecklich, ich konnte mich vor Angst kaum bewegen und wusste nicht, was ich machen soll“.

Die Hoffnung liegt auf den Kindern

Bei diesen Lebensgeschichten ist es manchmal schwer, noch Hoffnung auf ein Ende der Besatzung und die Versöhnung zwischen Palästinensern und Israeli und den gerechten Frieden zu sehen. Aber unsere Hoffnung liegt auf der neuen Generation, den Kindern. Wenn wir bei Mahyoub sind nehme ich mir immer die Zeit, zu den Frauen zu gehen und versuche, mit meinem gebrochenen Arabisch mit ihnen zu reden. Vor allem die Mädchen freuen sich unglaublich, wenn ich ihnen Luftballons aufpuste und wir damit spielen. Letzte Woche kamen sie auf die Idee, die Ballons mit Wasser und Spülmittel zu befüllen, was zu einem gegenseitigen Bewerfen mit Wasserbomben geführt hat. Als ein Ballon dann auf mir zerplatzt ist und ich voller Wasser und Spülmittel war, konnten wir nicht mehr aufhören zu lachen.  Durch unsere Anwesenheit konnten die Mädchen einfach Kinder sein und sich für eine halbe Stunde von ihrem schweren Leben unter Besatzung ablenken. Das Lachen der Kinder ist meine Bestätigung dafür, dass wir weitermachen müssen und wir die Hoffnung nicht aus den Augen verlieren dürfen.

Info: Vanessa ist Menschenrechtsbeobachterin des Ecumenical Accompaniement Programme in Palestine and Israel (EAPPI): „Ich nehme für die Evangelische Mission in Solidarität (EMS) am Ökumenischen Begleitprogramm in Palästina und Israel (EAPPI) des Ökumenischen Rates der Kirchen teil. Dieser Bericht gibt nur meine persönlichen Ansichten wieder, die nicht unbedingt die der EMS oder des Ökumenischen Rates der Kirchen sind. Berichte aller deutschen Ökumenischen Begleiter*innen finden Sie auf der Webseite des EAPPI‐Netzwerk Deutschland und auf Facebook

 

Screenshot mit Jericho der Karte „West Bank Access Restrictions“ von Ocha (United Nations Office for the coordination of humanitarian affairs Occupied Palestinian Territories), Januar 2017

[1]Israelische Siedlungen und Außenposten in den besetzten palästinensischen Gebieten sind nach internationalem Recht illegal und werden oft als eine der zentralen Behinderungen des Friedensprozesses zwischen Palästinensern und Israelis gesehen.  Das israelische Recht unterschied bis Anfang 2017 zwischen einer legalen Siedlung und einem illegalen Außenposten. Außenposten werden häufig auf privatem palästinensischem Land errichtet und sind im Vergleich zu den Siedlungen eher kleine Ansammlungen von Containern und Wohnwagen. Durch die Verabschiedung eines neuen Gesetzes ist es den israelischen Behörden seit Februar 2017 möglich, illegal errichtete Außenposten rückwirkend zu legalisieren, auch wenn diese auf privatem palästinensischem Land gebaut sind.

Aktuelle Informationen und Kartenmaterial zu der Situation in Ost Jerusalem, der West Bank und Gaza in den Bereichen Land, Mobilität(-seinschränkungen), Siedlergewalt, Sperrzonen, Mauer und weiteren findet man auf der Homepage von Ocha

Rote Karte für’s Hamburger Rathaus

1 Mrz
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Eigentlich geht es um sie: Palästinenser unter israelischer Besatzung, hier eine Familie im Jordantal, das als sogenanntes C-Gebiet unter vollkommener Kontrolle Israels steht.          Foto: dreiecksbeziehung.net

 

Von Liva Haensel

Die Hamburger Bürgerschaft ist in Aufruhr : Die CDU-Fraktion möchte einen Antrag im Rathaus stellen, der die Israel kritische Boykottbewegung BDS  als antisemitisch einstuft. Dem ganzen vorausgegangen war die Berufung eines südafrikanischen Professors an die Universität Hamburg. Farid Esack ist Vorsitzender der BDS-Bewegung in seinem Heimatland, das als Pionier in Sachen ziviler Ungehorsam gilt. Die Boykottbewegung in Südafrika wurde zu Zeiten der Apartheid weltweit mitgetragen und unterstützte die mehrheitlich schwarze Bevölkerung damals darin, endlich gleichberechtigte Bürger in ihrem eigenen Staat zu werden, das von wenigen weißen Menschen regiert wurde. Sie beruht darauf, Menschenrechte  solange durch einen Boykott von z. Bsp. nationalen Waren aber auch akademischen und kulturellen Kooperationen auf Basis Internationalen Rechts einzufordern, bis das Land bereit ist, die durch seine Politik unterdrückte Bevölkerungsgruppe nachweisbar auf allen Ebenen gleichzustellen mit der bislang privilegierten Gruppe von Bürgern. Wer Parallelen zieht zwischen dem Apartheidregime Südafrikas und dem jüdischen Staat Israel, konzentriert sich vor allem dabei auf die Unrechtssituation: Hier wie dort genossen und genießen Menschen basale Rechte auf Bildung, Wasser, Gesundheit, Zugang zu Ressourcen und Religionsfreiheit, die anderen in demselben Land lebenden Menschen gleichzeitig vorenthalten wurden/werden.

Der Holocaust bleibt ein deutsches Thema

Die Gleichsetzung des Boykotts gegen Juden in Deutschland 1938 (Slogan „Deutsche, kauft nicht bei Juden“) mit der BDS-Bewegung, wie sie nun von der CDU-Fraktion vorgetragen wird, ist die Folge eines Denkfehlers. Deutsche Juden wurden durch die antisemitische Rassenpolitik Hitler-Deutschlands als „Nicht-Deutsche“ gekennzeichnet und entwürdigt von einer sie beherrschenden Bevölkerungsgruppe mit enormer Macht. Die zivilgesellschaftliche Bewegung BDS diskriminiert nicht Israelis als juedische Menschen, sie wurde gegründet von den Unterdrückten selbst und basiert auf der Charta der Menschenrechte. Die Bewegung setzt sich gewaltfrei für ein Ende der illegalen israelischen Besatzungspolitik ein, damit Palästinenser genauso gut  leben können wie juedische Israelis.

Im nationalsozialistischen Deutschland wurden juedische Bürger zunehmend entrechtet  – bis hin zu ihrer vollkommenen Vernichtung. Der Holocaust ist ein Teil des deutschen Geschichtsverständnisses, er kann niemals ausgeklammert werden. Die Sensibilisierung für die Diskriminierung von Menschen aufgrund von Zuschreibungen und damit einhergehende Ächtung ist und bleibt ein deutsches Thema. Dies gilt in Hinblick auf den Terror des Holocaust und juedische Menschen weltweit. Es gilt aber genauso für alle anderen diskriminierten Menschen.

Absagen und Offene Briefe

Die palästinensische BDS-Bewegung hat mittlerweile weltweit viele Anhänger. Und sie wächst weiter. Auch in Hamburg gibt es seit etwa zehn Jahren eine Gruppe von Menschen, die auf Israels Besatzungspolitik mit Aufklärungskampagnen reagieren, Veranstaltungen zum Nahostkonflikt organisieren und kritischen Jüdinnen und Juden sowie Israelis und Palästinensern und dem interessierten Publikum Raum bieten für einen offenen Meinungsaustausch. Dieser wäre nun gefährdet wenn dem Antrag stattgegeben würde. Gleichzeitig reagierte die Universität Hamburg umgehend und sagte die Veranstaltung der Akademie für Weltreligionen „Wem erlaube ich, im Zug neben mir zu sitzen? Religionsfreiheit in einer Zeit des Terrors“  von Professor Farid Esack ab.

Die BDS-Bewegung Hamburg antwortete darauf mit einem Offenen Brief auf ihrer Webseite.

Universale Menschenrechte sind zentral

Wenn eine gewaltfreie Boykottbewegung, die auch von jüdischen Organisationen in Israel und den USA mitgetragen wird, nun von der Hamburger CDU-Fraktion als „antisemitisch“ gelabelt wird – was bedeutet dies dann konkret für einen ersehnten Frieden in Israel und Palästina und für die dort lebenden Menschen? Dass sich nichts ändern wird. 7 Millionen Palästinenser leben unter einer Besatzung, die im Kern gewalttätig ist. Gerade von deutschen Politikern sollten Palästinenser, Israelis und Deutsche im Sinne der Dreiecksbeziehung eigentlich mehr erwarten können, wenn es um die Einhaltung universaler Menschenrechte geht.

 

+++ Die israelische Künstlerin Nirit Sommerfeld hat einen Offenen Brief an alle Fraktionen im Hamburger Rathaus verfasst, der hier im Folgenden nachzulesen ist:

©Nirit Sommerfeld

©Nirit Sommerfeld

Sehr geehrte Damen und Herren der Hamburger Bürgerschaft,

am morgigen Mittwoch werden Sie über einen Antrag der CDU-Fraktion beraten, der fordert, die BDS-Initiative und ihre Aktivitäten als antisemitisch zu verurteilen. Ich bin in Israel geboren und aufgewachsen, mein Vater war Holocaust-Überlebender, der fast seine ganze Familie in Konzentrationslagern verloren hat. Ich habe mit der Muttermilch gelehrt bekommen, was Antisemitismus ist, ich habe ihn zum Glück sehr selten am eigenen Leib erfahren. Meine ganze Familie mütterlicherseits lebt in Israel, mich verbinden enge Freundschaften dorthin – und dennoch musste ich mich vor einigen Jahren gegen ein Leben in diesem Land entscheiden. Denn nirgendwo ist mir so viel Antisemitismus begegnet wie dort.
Ich möchte Ihnen im Folgenden erläutern, warum ich Ihnen dringend und aus meiner sehr persönlichen Sicht als Israelin empfehlen möchte, diesem Antrag nicht stattzugeben.
Über die politischen Hintergründe muss ich Ihnen wohl nichts erzählen; ich gehe davon aus, dass Sie wissen, wie etwa in der EU mit dem Boykott von Waren aus den illegalen Siedlungen umgegangen wird. Sie alle kennen die Forderung, das EU-Assoziierungsabkommen auszusetzen, solange Israel massiv Menschenrechte verletzt; natürlich wissen Sie auch alle, dass Meinungsfreiheit und die Freiheit, Dinge zu boykottieren, zu unseren demokratischen Grundrechten gehören. Sie kennen die Geschichte Südafrikas und erinnern sich alle daran, dass der wirtschaftliche Boykott damals ein Schlüssel zur Wende in der Apartheidpolitik war.
Sie haben sicher auch alle fraktionsübergreifend eine ähnliche Meinung zu Antisemitismus: Er ist eine besondere Form des Rassismus, weil er sich auf Juden und deren angebliche Eigenschaften bezieht. Und er ist – wie jede Form von Rassismus – verabscheuenswürdig und muss bekämpft werden. In Deutschland umso mehr, zu Recht: Denn die Geschichte des Holocaust erinnert uns mahnend daran, wohin Rassismus und Antisemitismus führen kann.
Worüber die aller wenigsten von Ihnen vermutlich urteilen können ist die Realität, in der Palästinenser unter und Israelis mit Besatzung leben. Dass Palästinenser tagtäglich extrem leiden unter eingeschränkter Bewegungsfreiheit, Wassermangel, wirtschaftlicher Abhängigkeit, Checkpoints, Einschränkung ihres Lebensraumes, Siedler- und Militärgewalt und vielem mehr, was man eben unter Militärbesatzung ertragen muss und was einem Leben in Freiheit, Selbstbestimmung und Demokratie diametral entgegengesetzt ist, wissen Sie, auch wenn sich kaum ein Mensch vorstellen kann, was so ein Leben tatsächlich bedeutet. Um dies begreifen zu können, empfehle ich Ihnen vor allem, eine Reise* nach Israel UND Palästina zu unternehmen und sich ein eigenes Bild zu machen. Da dies kurzfristig nicht möglich sein wird, können Sie auch einen Blick auf diesen Blog des Bündnisses BIB e.V. werfen. Er beschreibt den Alltag unter Besatzung.
Aber wissen Sie auch etwas über die Veränderung durch die Besatzung in der israelischen Gesellschaft? Wissen Sie, dass israelischen Kindern bereits in der Schule beigebracht wird, sie seien Holocaust-Opfer, weil die Palästinenser sie ins Meer werfen wollen? Ich musste das bei meiner Tochter und all ihren Schulfreundinnen erleben.
Sie wollen sich gegen Antisemitismus in Deutschland einsetzen? Tun Sie dies, indem Sie uns Israelis und vor allem unsere Regierung endlich auf Augenhöhe begegnen! Verbieten Sie nicht ein Gespräch und demokratische Werkzeuge wie Boykott zu einem Land, von dem ich mir nichts sehnlicher wünsche, als dass es zu dem wird, was sich viele Israelis und Juden weltweit mit mir wünschen, nämlich dass Israel Teil einer demokratischen Wertegemeinschaft ist und diese Werte auch zu lebt.
Wie hätte die große deutsch-jüdische Denkerin Hannah Arendt zu BDS gestanden? Hätte sie sich die Möglichkeit des freien Denkens und Handelns nehmen lassen, weil die Gefahr des Antisemitismus-Vorwurfs gedroht hätte? BDS ist ein gewaltfreies Mittel, sich gegen die Besatzung zu wehren – aus der palästinensischen Zivilgesellschaft hervorgegangen und mittlerweile weltweit unterstützt. Es ist ein demokratisches Mittel; es mag uns so wenig schmecken wie ein Streik, aber es könnte die Wirkung haben, Israel zu zeigen, dass die Welt es ernst nimmt und es gerne als gleichwertigen Partner dabei haben möchte – aber ohne Besatzung. Eines ist BDS aber bestimmt nicht: Antisemitisch.

Es gibt im Übrigen sogar innerhalb Israels eine Solidaritätsbewegung mit BDS: Boycott from Within.

Mit besten Grüßen und der Hoffnung, dass Sie sich nicht gegen BDS, sondern für palästinensische Menschenrechte und damit für eine Chance für ein besseres Israel einsetzen,
Nirit Sommerfeld
*Sollten Sie an einer solchen Reise interessiert sein, schreiben Sie mich bitte an. Meine nächste Reise in einer Kleingruppe für politische Meinungsbildner findet Ende Oktober statt.
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Mehr Infos unter: www.niritsommerfeld.com

 

Deutsche Freunde

19 Feb
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Babykleidung in der Altstadt Jerusalems.

Das Jahr 2016 hat uns medial heftige Auseinandersetzungen zwischen unterschiedlichen Meinungsträgern in Deutschland beschert, wenn es um Israel und Palästina ging. Hat es uns aber auch weitergebracht, wenn wir uns für Antisemitismus-Gefahr und Menschenrechte sensibilisieren wollen? Eine Reflexion

 

Im vergangenen Jahr– so meint man zu beobachten – passierte eine ganze Menge in Hinblick auf die deutsch-israelische Freundschaft. Und das zieht sich bis in dieses noch junge neue Jahr hinein. Die Beziehung zwischen Deutschland und Israel ist nicht mehr ganz so rund und straff wie ein frischgepflückter Apfel oder, sagen wir salopp, ein Baby-Po. Stattdessen machen sich hässliche Spannungsfältchen an der Oberfläche bemerkbar. Was ist passiert? Sind die Deutschen keine Freunde Israels mehr?

Linke Juden in Deutschland fühlen sich angegriffen von hier zionistisch Überzeugten, die wiederum am liebsten hätten, dass nicht-jüdische Menschen am besten gleich ganz die Klappe halten, wenn es um Israels Besatzungspolitik geht. Zu antisemitisch, zu pro-palästinensisch, zu irgendwas pro oder contra, so lautet stets der Vorwurf an Kritiker der israelischen Politik.

Ein paar Beispiele: Die Zeit

„Die Zeit“ experimentierte gerade mit einer Antisemitismusprüfung in Berlin-Neukölln. Sie liess Redakteurin Mariam Lau mit einem Rabbiner durch den Kiez laufen, in dem bekanntermassen ziemlich viele Araber leben. Dass in Berlin-Neukoelln auch ziemlich viele Israelis, Italiener und so manche Hipster wohnen, ist nicht so wichtig. Am Ende ist klar: Ja, in Neukölln haust der Antisemitismus. Der Rabbi musste sich einiges an Schmähungen anhören. Darüber ärgerte sich wiederum Armin Langer, ein jüdischer Publizist, der in Neukölln wohnt und das stereotype und voraussehbare Verhalten von Lau und Rabbiner daraufhin auf Zeit Online unter dem Titel „An der Front nichts Neues“ kritisch kommentiert.

Beispiel II : mit Israelflagge im Tagesspiegel

Der Tagesspiegel lässt 2016 – ebenfalls als journalistischen Test – zwei Redakteure mit Israelflagge Richtung Brandenburger Tor laufen. Es ist Fussballzeit und ja, hier sind viele Fans unterwegs, manche davon bierselig, manche auch nicht, aber alle mit einem festen Gewinner im Herzen und im Kopf. Die Redakteure kommen ins Schwitzen, denn – Überraschung! – mit der Israelflagge werden die beiden Jungs als vermeintliche Israelis wahrgenommen und ernten einige negative Reaktionen. Das ist gut für den Text und die beiden Jung-Journalisten – sie haben ihre Story für die Zeitung, genau das, was sie erhofft hatten zu schreiben und anhand von Zitaten darstellen wollen: Es gibt böse Menschen in Deutschland, die Israel nicht mögen und das auch sagen. Und spucken. Was Menschen mit der israelischen Flagge assoziieren und woher diese Meinungen kommen, was davon antisemitisch ist und was als Israel kritisch eingestuft werden könnte, diese Leistung bleiben sie den Lesern leider schuldig. Es wäre das eigentliche Thema des Artikels gewesen. Davon abgesehen, dass das Anspucken von Leuten generell absolut daneben ist, ganz gleich, mit was oder wem man sie verbindet, war auch diese Idee des Tagesspiegel möglicherweise etwas daneben. Zwei Fake-Israelis gehen mal los und sehen, was passiert… hm.

Israel kritisch, also tschüss

Ein drittes Beispiel ist der Streit um die palästinensische Filmreihe „After the last sky“ im Berliner Herbst vergangenen Jahres. Antisemitismus-Vorwürfe gegen das Ballhaus in der Naunynstraße in Kreuzberg werden laut. Worte, wie Kolonialisierungsprojekt und ethnische Säuberung in Zusammenhang mit Israel sollen gefallen sein.  Debatten zwischen linken Israelis, deutschen Behördenträgern und politischen Aktivisten, pro und contra, entstehen. Und obwohl es so scheint, als würde sich in Berlin immer auch der Spiegel der gesamten Republik zeigen, setzen sich auch in Freiburg, München, Oldenburg und an vielen anderen Orten in Deutschland Menschen mit ihren unterschiedlichen Meinungen über Israels Besatzungspolitik und seiner Verletzung internationalen Rechts auseinander. Oft führte dies 2016 zum Ausladen, zum Tür-Zumachen für diese Menschen. Tschüss, Du bist Israel kritisch, ergo antisemitisch, also musst Du draussen bleiben! Im billigsten Fall werden kritische Juden als „selfhating“ Jews bezeichnet. Im besten und seltensten Fall bemühen sich Journalisten in deutschen Medien darum, ihre Position zu verstehen und einem differenzierten Verständnis des Nahostkonflikts schreibend einen Raum zu geben. Aber ein/-e scharfsichtige(r) Journalist_in, der/ die zum Beispiel die israelische Besiedelungsstrategie der Westbank permanent für uns analytisch begleitet und seziert, davon gibt es noch viel zu wenige. Oder haben Sie eine Ahnung davon, wie alt die ältesten Siedlungsblöcke Israels sind und wann Netanjahu diese nun annektieren wird? Eben.

Antisemitismusvorwurf als dunkle Wolke

Die Bilanz von 2016 ist wohl diese: Es wurde viel geschrieben über Israel, über Palästina und das in Deutschland, und alles eher auf Mikroebene. Gerade auch in den sozialen Medien wie facebook und twitter, in denen Menschenrechtsgruppen intensiv aktiv sind. Diese wehrten sich rege gegen Antisemitismusvorwürfe in 2016 und bezogen häufig Stellung für die Menschenrechte. Aber Deutschland hat, wenn es eine offene und differenzierte Debatte zum Nahostkonflikt betrifft – immer noch die Babyschühchen an. Sobald der Antisemitismusvorwurf wie eine depressive Wolke am grauen deutschen Himmel auftaucht, reagieren Veranstalter (Städte, Gemeinden, Universitäten, Rathäuser, Konzert- und Veranstaltungsräume) wie das Kaninchen vor der Schlange. Gelähmt und vor Angst erfüllt.

Dies muss anders werden, wenn wir tatsächlich an kritischen Diskursen interessiert sind, die sich nicht von Internationalem Recht lösen, sondern es als unabdingbare Basis betrachten wollen. Und wenn wir Antisemitismus als solchen wahrnehmen und ihm präventiv entgegengehen möchten. Bei inflationärem Nutzen eines Begriffs laufen wir Gefahr, zu verblöden. Wir werden immer kleiner und schlichter bis am Ende nichts mehr an der Bedeutung eines Wortes und seiner Folgen übrig bleibt in unseren Streitgesprächen. Wir treten diejenigen mit Füssen, die in ihrem Leben unter Antisemitismus wirklich leiden mussten und es heute noch tun. Wollen wir das?

Alles Gute für 2017. Bleiben wir Freunde.

 

 

 

 

 

„Wir halten durch“

2 Nov

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Roni Hammermann im Juli 2016, Jerusalem.          Fotos : Liva Haensel

Die israelische Frauenorganisation Machsom Watch unterstützt Palästinenser an den Kontrollpunkten zwischen Israel und der Westbank. Ihre Mitglieder beobachten die Lage an den Checkpoints und greifen auf gewaltfreie Art ein, wenn Soldaten und Zivilisten aneinandergeraten. Die israelischen Frauen leisten damit einen Beitrag gegen die Besatzung ihrer eigenen Nation. Und riskieren viel.

 

Von Liva Haensel

„Wenn wir könnten, mein Mann und ich, wir würden Israel am liebsten verlassen. Aber wir sind jetzt über 70, wir sind zu alt.“ Roni Hammermann sitzt auf ihrem Sofa und schaut ihr Gegenüber intensiv an. Sie denkt kurz nach, dann sagt sie. „Ich würde sehr gerne in Italien leben. Aber dort habe ich keine Freunde, keine Unterstützung. Also bleiben wir in Israel.“ Sie schweigt.

Wir sitzen in dem Wohnzimmer der Hammermanns in Nahlot, einem Stadtteil in West-Jerusalem.

Ich bin hierher gekommen, um mich mit einer der Gründerinnen von Machsom Watch zu unterhalten über ihre Arbeit. Die israelische Organisation wurde 2001 von Roni Hammermann mitbegründet. Sie besteht nur aus Frauen. Alle sind freiwillig aktiv, ohne Bezahlung, aber mit der Überzeugung im Kopf und im Herzen, dass die israelischen Kontrollpunkte in der Westbank abgeschafft werden müssen. So wie die israelische Besatzung insgesamt. Roni Hammermann ist jetzt 76 Jahre alt und sie ist verzweifelt. Denn die israelische Menschenrechtsaktivisten-Szene ist auf ein Häuflein zusammengeschrumpft in den letzten Jahren. Und die Politik Israels wird immer rechter: „Hier ist soviel Hass in diesem Land, soviel Wut und Rassismus, das ist nur schwer auszuhalten“, sagt Roni.

Die studierte Slawistin war nie eine überzeugte Zionistin, obgleich der neugeschaffene jüdische Staat ihren Eltern 1930 zu einer sicheren Insel wurde. Beide stammten aus Österreich-Ungarn und mussten als vor den Nationalsozialisten verfolgte Juden fliehen. Roni wurde 1940 vor der Staatsgründung Israels im damaligen Palästina geboren, verbrachte aber ihre Schul-und Studienzeit in Wien. Mit 25 Jahren zog sie nach Israel und blieb. Nicht, weil sie sich unter Juden am wohlsten fühlte, sagt sie. Sondern weil sie an der Hebräischen Universität Russisch unterrichtete und später Bibliotheksleiterin wurde.

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Ein palästinensischer Bewohner versucht, mit einem israelischen Soldaten zu verhandeln.

Die Mutter von zwei erwachsenen Kindern war immer in der Menschenrechts-Szene aktiv, erzählt sie. Aber 2001 gab es eine entscheidende Wende in ihrem Leben. Aufgerüttelt durch einen Artikel in der linksliberalen Zeitung Haaretz, in der über palästinensische Frauen berichtet wurde, die ihre Babys an einem Checkpoint bekommen mussten, weil ihnen israelische Soldaten den Zugang zu den Krankenhäusern auf der anderen Seite verweigerten, begann Roni Hammermann mit einigen anderen Frauen darüber zu diskutieren. Werdende Mütter, die ihre Kinder auf offener Straße gebären mussten und das unter Lebensgefahr, das war ungeheuerlich, erinnert sie sich: „Wir sagten uns, kommt, da müssen wir hingehen, wir müssen uns die Situation direkt vor Ort an so einem Checkpoint ansehen.“

Hebräisch und Respekt vor dem Alter

Aus dem Hingehen und dem sich Vor-Ort-Überzeugen wurde eine der meist geachteten Nichtregierungsorganisationen Israels. Mittlerweile zählt die Organisation mit dem hebräischen Namen Machsom Watch (Checkpoint Watch) rund 300 Frauen. Wieviele es ganz genau sind, kann Roni Hammermann  gar nicht sagen. „Wir haben kein offizielles Büro, sondern arbeiten vor allem über E-Mails und Treffen“, sagt sie. Jede Woche beobachten Frauengruppen von Machsom Watch entweder morgens früh oder nachmittags ausgewählte Checkpoints im Norden und Süden des Landes. Israel verfügt derzeit über 80 solcher Kontrollpunkte, der Grossteil untersteht dem Verteidigungsministerium und wird von Soldaten und jeweils einem diensthabenden Offizier bewacht. Seit einigen Jahren aber gibt es die Tendenz des „Outsourcing“: Die Checkpoints werden privatisiert, die Kontrolle führen Sicherheitsfirmen aus. Für Palästinenser hat sich damit die Situation dramatisch verschlechtert. Die privaten Kontrollpunkte gelten als verroht, die Demütigungen bei den Kontrollen seien extremer als bei den militärisch geführten, kritisieren Menschenrechtsbeobachter.  Die sogenannten Private Guards seien ungebildet und spielten sich wie die Sheriffs gegenüber den Palästinensern auf, heisst es. Dies beobachten auch die Frauen von Machsom Watch, die sich vor allem dort positionieren, wo viele Menschen sind. Sie machen sich Notizen und fotografieren, nehmen Momente von Menschenrechtsverletzungen mit der Video-Kamera auf – und sie verhandeln mit den Soldaten. Denn oftmals werden sie Zeugen davon, dass Palästinenser die Kontrollpunkte nicht passieren dürfen. Ohne Grund, aus einer Laune heraus, begleitet von Aggressionen und Willkür. Sie bekommen mit, wie Menschen gedemütigt werden von Soldaten, denen der Pubertätsflaum manchmal noch auf der Oberlippe steht. Dann ist der Zeitpunkt für die Frauen gekommen, einzugreifen. „Unser Vorteil ist, dass wir mit den Soldaten auf Hebräisch sprechen können. Wir sind Israelinnen und genießen dadurch eine Sonderposition, die internationale Beobachter nicht haben“, so Roni Hammermann. Bei den Gesprächen mit den Soldaten helfe auch ihr Alter, so die Machsom-Watch-Mitgründerin. Alle Frauen sind über 50 Jahre alt, ein Großteil von ihnen sogar über 65. Das verschaffe zumindest anfänglich Respekt.

Illegal auf palästinensischem Land

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Der „Checkpoint 300“, Bethlehem 2016

Jede Frauengruppe veröffentlicht regelmäßig ihre Berichte auf der Webseite von Machsom Watch. Der israelische Staat hat seit Jahrzehnten Checkpoints installiert, die Palästinenser täglich passieren müssen. Auf dem Weg zur Arbeit, in die Universität, zu Familie und Freunden oder in die Gemeinde – ohne Checkpoint, ohne Identitätskarte und die schriftliche beantragte Erlaubnis von israelischer Seite geht es nicht weiter. Die rund 80 Kontrollpunkte sind illegal auf palästinensischem Land gebaut. Hinzu kommen zahlreiche sogenannte flying und partial Checkpoints, also fliegende und teilweise installierte, die in Sondersituationen ad-hoc errichtet werden und manchmal für tausende von Menschen ein großes Hindernis darstellen. Nur acht von ihnen befinden sich innerhalb der sogenannten Grünen Linie, der Waffenstillstandslinie von 1948. Machsom Watch informiert darüber auf seiner Webseite und in seinen Flyern.

Öffentlichkeitsarbeit steht ganz obenan

Am Anfang war es nur eine Handvoll Frauen, die sich Machsom Watch anschloss. Aber schon 2004 konnte die kleine Organisation sich offiziell registrieren lassen und damit auch Spendengelder rekrutieren. Diese sichern die laufenden Kosten für Machsom Watch. Die meisten Gelder werden für den Transport der Frauen an die Checkpoints benötigt, die oft weit weg von den Lebensmittelpunkten der Mitglieder liegen. Auch die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit wird zunehmend kostspieliger. Denn natürlich möchte die Organisation ihr Wissen über die israelische Besatzung, die Informationen über die Checkpoint-Lage, verbreiten. In den letzten Jahren hat diese Arbeit zugenommen, weil „uns klargeworden ist, dass wir die israelische Gesellschaft wirklich aufklären müssen“, sagt Roni Hammermann. Machsom Watch hat einen Film produziert über die missliche Lage der Bauern im Jordantal, Titel :“The fading valley“. Bald soll eine Studie zu landwirtschaftlichen Toren bei Qualkilia im Norden der Westbank herausgebracht werden, um damit für die Öffentlichkeit„den systematischen Landraub Israels zu verdeutlichen“. Einige Frauen dokumentieren regelmässig Gerichtsverhandlungen in den Militärgerichten, in denen oft Jugendliche ohne rechtmässige Anklage und einen Anwalt sitzen. Palästinenser, die keine Passierscheine bekommen und auf der Schwarzen Liste Israels stehen, können sich ebenfalls an die Frauen wenden. Es gelingt nicht immer, die Namen dort zu entfernen. Aber so manches Mal hat es schon geklappt.

„Wir können überall stehen“

Die Frauen legen jetzt mehr Gewicht auf Führungen in englischer und hebräischer Sprache, sie gehen in vorbereitende Militärcamps für israelische Schüler, die den Armeedienst noch vor sich haben oder sprechen in Schulen und Akademien  über ihre Arbeit.  Roni Hammermann selbst steht einmal pro Woche am Qualandia-Checkpoint, einem der größten Kontrollpunkte auf Jerusalem-Seite, der von und nach Ramallah führt. Dieser Checkpoint sei besonders grausam, findet sie. Denn dort müssen sich die wartenden Menschen in Käfig artige Schlangen einreihen und oft stundenlange Wartezeiten auf sich nehmen. „Häufig wissen die jungen Soldaten in Qualandia noch nicht einmal, wo sie da genau sind, ob Westbank oder Jerusalem, eine absurde Situation“, findet Roni Hammermann.

Palästinenser müssen in Hebron 11 Checkpoints überqueren.

Palästinenser müssen in Hebron 11 Checkpoints überqueren.

Die Gespräche mit den Soldaten enden nicht immer gut für die engagierten Frauen. Einige wurden schon verhaftet, rüde angefasst oder das Militär versuchte, sie gar ganz zu verjagen. „Aber wir können dort überall stehen. Niemand kann uns befehlen, dass wir weggehen sollen“, ist Roni Hammermann überzeugt. In Zeiten von immer restriktiver werdenden Gesetzen gegen israelische Aktivisten und linke Journalisten stellt Machsom Watch eine absolute Ausnahme dar. Wer in Israel die Besatzung als solche benennt und kritisiert, für den wird die Luft deutlich dünner. Roni Hammermann weiß das und es zermürbt sie. Ihre Tochter lebt in Mainz, „Gottseidank, damit entkomme sie der israelischen Gehirnwäsche“.

Die Deutschen sollen aufwachen

Ihre Prognose für die Zukunft sieht düster aus: Sollte die israelische Gesellschaft sich nicht bald abwenden von ihrer rassistischen Haltung und ihrem Apartheidsgebaren gegenüber Andersdenkenden und den palästinensischen Mitbürgern, drohe dem Land ein absolutes Chaos, prophezeit sie. Dies würde nur noch durch einen totalen Krieg in der Region getoppt werden, ein „Unglücksfall“, wie Roni Hammermann es ausdrückt. Zum Beispiel wenn die arabischen Nachbarn Israel angreifen würden. Sie hofft das nicht. Aber woran glaubt sie noch? „Ich befürworte die Boykottbewegung und ich finde, der Druck von außen auf Israel muss zunehmen. Auch ihr Deutsche müsst mehr aufwachen! Kritik an Israel ist kein Antisemitismus, diese Behauptung ist Quatsch.“

Deutliche Worte einer starken Frau, die von sich selbst sagt, dass sie nicht mehr weiß, ob sie noch psychisch gesund sein kann in dieser Situation. Wie antwortete Roni Hammermann zu Beginn unseres Gesprächs auf meine Frage, seit wann Machsom Watch aktiv sei? „Wir halten seit 2001 durch.“

Website: machsomwatch.org

Hexenjagd in Tel Aviv

19 Mai

 

Von Liva Haensel

In Israel geht die Marginalisierung von israelischen Menschenrechtsorganisationen in eine neue Runde. Die Nichtregierungsorganisation „Breaking the silence“ muss sich nun vor der Staatsanwaltschaft erklären. Die Organisation, die seit 2004 Augenzeugenberichte von israelischen Soldaten aus den völkerrechtswidrig besetzten palästinensischen Gebieten veröffentlicht, soll jetzt nach Informationen der Zeitung Haaretz Auskunft Weber die Identität und gesamte Kommunikation eines ihrer Autoren geben, der fuer die Publikation und Videos „This is how we fought in Gaza“ „ (erschienen im Mai 2015) Zeugnis abgelegt hat. Die Publikation beinhaltet Berichte von Soldaten zum Gazakrieg im Sommer 2014, in dem rund 2200 Palaestinenser starben, darunter  auch 500 Kinder. Der Organisation wird vorgeworfen, nicht nur die israelische Besatzung als solche, sondern auch die Moral selbst in der israelischen Armee in Frage zu stellen. Die Zeugnisse der Soldatinnen und Soldaten, die ueber ihre Armeezeit berichten, geschieht normalerweise anonymisiert. „Breaking the silence“ legt Wert darauf, dass dies auch in Zukunft so bleibt. „Die Staatsanwaltschaft hat nun von Grund auf entschieden, ihr  politischstes Instrument einzusetzen. Aber wir hoffen, dass die Richter sich weigern, dieses Spiel mitzumachen“, kommentierte der Mitgründer der NGO, Jehuda Shaul, die aktuellen Ereignisse in der französischen Zeitung „Le Figaro“.

Besatzung greifbar machen: Teilnehmer einer Tour der NGO in den suedlich von Hebron gelegenen Bergen. Foto: Breaking the silence

Besatzung greifbar machen: Teilnehmer einer Tour der NGO in den südlich von Hebron gelegenen Bergen.                                              Foto: Breaking the silence

Verheerende Folgen

Die israelische Armee hatte nach dem Erscheinen des Berichts im vergangenen Jahr selbst acht Untersuchungen angeregt. Dabei hatte sie „Breaking the silence“ um konkrete Informationen zu Soldaten gebeten. Das Argument, die Untersuchungen in den eigenen Reihen damit zu unterstützen, haelt die NGO fuer einen Vorwand. Die erste Anhörung vor der Staatsanwaltschaft ist fuer den 22. Mai vorgesehen. Wenn die Richter entscheiden, dass  „Breaking the silence“  künftig seine Zeugen offenlegen muss, koennte dies verheerende Folgen fuer alle Menschenrechtsorganisationen in Israel haben. Bisher konnten Soldaten, die kritisch ueber die Armee berichten, aehnlich wie Journalisten als Quellen geschützt werden. Wenn dies aufgehoben werden sollte, wuerde damit die Meinungsvielfalt weiter eingeschränkt werden. Die Organisation, die rund 200 Mitglieder mit Sitz in Tel Aviv hat, wird unter anderem von ausländischen Gebern finanziert. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte im vergangenen Jahr ein Gesetz auf den Weg gebracht, dass vornehmlich auf linke, besatzungskritische Menschenrechtsorganisationen abzielt. Diese muessen kuenftig ihre Geldgeber offenlegen.

„Breaking the silence“ war in der Vergangenheit wiederholt Zielscheibe von Cyberattacken geworden. Jehuda Shaul berichtet auch von unangekündigten Durchsuchungen. Erst kürzlich hatte ein ehemaliger Generalstabschef der israelischen Armee die voranschreitende Zensur im Land mit der Situation im nationalsozialistischen Deutschland verglichen.

Anmerkung der Redaktion: dreiecksbeziehung hat bereits 2012 ueber die Organisation „Breaking the Silence“ berichtet. Das Gespraechsprotokoll eines der Mitarbeiter, Avihai Stollar, finden Sie unter dem Titel „Israelis fuer Frieden“.

Schönes neues Jahr

19 Feb
Ungewisse Zukunft: Beduinenkinder im Jordantal sind besonders stark von Armut bedroht. Fotos: Haensel

Ungewisse Zukunft: Beduinenkinder im Jordantal sind besonders stark von Armut bedroht.                                                                                Fotos: Haensel

 

Ein Stimmungsbarometer von Liva Haensel

Eigentlich hätte hier jetzt ein Jahresrückblick stehen müssen. Ich hätte zu Beginn des jungen Jahres gerne mit einer Sektflasche in der Hand in den Himmel von Jerusalem geschaut, die Sterne gezählt über dieser unheiligen Stadt mit ihren flüsternden Mauern und dabei innerlich die Monate an mir vorüberziehen lassen. Dann hätte ich das Innerste auf Papier gebracht. Hier sollte ein handfestes Stück stehen für Sie, liebe Leser. Aber es ging irgendwie nicht. Weil ich nicht wusste, wie ich etwas in Worte fassen sollte, für das es keinen passenden Rahmen gibt. Wie beschreibt man einen Ausnahmezustand in einem besetzten Land, der normal ist und gleichzeitig absolut wahnsinnig?

Der Tod ist still

Ende September 2015 bäumte sich eine Welle von Unruhe auf, die Jerusalem und die Westbank erfasste. Fast jeden Tag greifen unter Besatzung Lebende ihre Besatzer an. Die Besatzer sind meist Angehörige der sogenannten Border Police Einheit und israelische Soldaten. Die unter Besatzung Lebenden sind sehr junge Menschen mit einem Messer, meistens Männer. Fast immer endet es tödlich – für die Palästinenser. Bisher wurden 50 von ihnen sofort noch an Ort und Stelle von den israelischen Sicherheitskräften getötet, die israelische Presse schreibt mehrheitlich von neutralisieren, neutralized. Vor ein paar Stunden wurden wieder 2 Attentaeter in Jerusalems Altstadt neutralisiert. Das Wort ist ein hübsches Beispiel dafür, wie still der Tod sein kann, wenn man ihm nur den richtigen Namen gibt. In dieser Woche wurden alleine 222 palaestinensische Zivilisten von israelischen Soldaten und Polizisten verletzt. Für das Jahr 2015 nennt UN Ocha die Zahl von knapp 14.000.

Angst vor allem

Die Angst der Israelis vor unberechenbaren Attacken hat wieder zugenommen. Sicherheit? Gibt es nicht in dem einzigen jüdischen Staat auf der Welt. Aber die Angst ist ein gutes Argument dafür, um Menschen in Schach zu halten und eine radikale politische Linie zu verfolgen. Die Knesset, das israelische Abgeordnetenhaus, ist dabei, ein Gesetz zu verabschieden, dass linksliberale NGOs in Israel künftig dazu verpflichtet, ihre zumeist ausländischen Finanzquellen veröffentlichen zu müssen. Die Israel kritischen Organisationen befürchten dadurch weitere Einschränkungen in ihrer (politischen) Arbeit. Journalisten in Israel dürfen nur frei arbeiten und bekommen Zugang zu staatlichen Stellen, wenn die zuständige Behörde es dort genehmigt. Dies betrifft gerade auch internationale Medienmacher, die auf Presseausweis und Arbeitsvisum angewiesen sind. Gleichzeitig zeigt die Boykottbewegung BDS, die 2005 von der palästinensischen Zivilgesellschaft am Beispiel Südafrikas gegründet wurde und international mittlerweile schmerzhafte Einbussen für Israel bedeutet, Wirkungen, die wiederum Angst in Israel schüren. Wer sich nicht mit der Tatsache abfinden kann, dass er und sie Besatzer ist gegen internationales Recht und deshalb Gegenwind bekommt, fangt an zu dämonisieren. Oder die Besatzung mit all ihren Konsequenzen zu rechtfertigen. Aus vermeintlich zwischenmenschlichen Gründen wird darüber öffentlich nachgedacht, dass israelische Unternehmen in der Westbank Arbeitsplätze für Palästinenser bedeuten – und deshalb sehr gut für die unter Besatzung lebenden Menschen seien. Es ist folglich sehr schlecht, wenn diese Unternehmen schliessen müssen, weil sie von der BDS-Bewegung boykottiert werden. Auch eine Logik. Aber sie hat einen Denkfehler. Denn die palästinensische Bevölkerung hat sich ihre Besatzung nie selbst ausgesucht. Frauenrechte, Menschenrechte, kritische Stimmen in den palästinensischen Gebieten, Demokratieverständnis und strukturelle Organisation? Ja, es gibt Defizite dort. Aber sie alle können die illegale Landnahme, die unzähligen Privilegien für die jüdische Bevölkerung, die hundertfachne Hauszerstörungen und die überproportionale Anwendung von Gewalt der israelischen Sicherheitskräfte längst nicht mehr versüssen.

Die Logik der Besatzung

Menschen in der Region wollen in Frieden leben. Dafür müssen sie alle Zugang zu Bildung, Gesundheit, Ausweisen, Wasser und Land haben. Auch zu Religionsfreiheit – was bedeutet das in einem jüdischen Staat, der sich mit einer Mauer umgibt?

Ein palästinenscher Bekannter hat es einmal so ausgedrückt: Das ganze Land ist eine einzige, grosse Psychiatrie mit einem Dach, unter dem sie gemeinsam leben müssen – Palästinenser und Israelis. Das stimmt, das Bild ist nicht ganz falsch gewählt. Ab und an besucht man ein schönes Restaurant in dieser psychiatrischen Einrichtung, man geht an den Strand und bestellt Pommes mit Steak und einen frisch gepressten Saft. Leute haben hier oft guten Sex, es gibt eine grossartige Musik- und Clubszene in Tel Aviv und Ramallah hat sogar einen kleinen Ikea mit Billyregalen.

Rein ins wilde Leben

Die Menschen in Israel und den palästinensischen Gebieten sind ausnehmend schön. Man kann gut und gerne einen ganzen Tag damit verbringen, sie anzuglotzen, am besten von einem Balkon in der Mamilla Mall oder in der Jaffa Street in einem Straßencafé sitzend. Man kann für einen Augenblick den Nahostkonflikt vergessen. Diesen ganzen Psychokram einfach mal wegwischen wie ein paar lästige Krümmel von dem sonst so sauberen Tisch. Aber am Ende wird es nichts nützen. Dann steht man auf und geht. Wieder voll rein in diese Psychiatrie, in das wilde, verrückte Leben. Wenn ich jetzt zurückblicke auf das Jahr 2015 und dann auf das neue Jahr, dann mit Hoffnung und Angst zugleich für das, was da noch kommen wird.

Die Redaktion von dreiecksbeziehung wünscht Ihnen, liebe Leser, ein schönes und friedliches Jahr 2016! stern
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