Existence is resistance Al Walaja

22 Jan

Abdul aus Al Walaja

Abdul aus Al Walaja

Abdul,  10 Jahre, lebt in dem Dorf Al Walaja – Bethlehem Distrikt:

„Letzte Woche gab es fünf Explosionen hier in der Nähe meines Hauses.  Das alles passiert wegen der Mauer. Die Israelis sprengen die Hügel, um so die Basis für die Mauer zu schaffen. Das erste Mal hörte ich einen Knall von ganz weit her. Ich lief hin und sah viele israelische Soldaten. Sie schlugen die Bauern und sägten unsere Olivenbäume ab. Ich bete dafür, dass noch ein Wunder passiert. Dass wir hier in Frieden leben können und alles an seinen alten Platz zurückkehrt so wie früher.
Vor der Zukunft habe ich Angst. Was für ein Leben sollen wir hier führen? Die Mauer wird uns umringen, wir sind eingesperrt und können nur durch einen Tunnel nach Beit Jalla gelangen. Ich habe seit ein paar Jahren Rheuma und muss regelmäßig nach Bethlehem ins Krankenhaus.  Ich habe jeden Tag Schmerzen- Was passiert, wenn mich die Soldaten nicht in die Klinik lassen?

Ich mag eigentlich alles: Computerspiele, Fußball, meine Freunde.  Nur schnell rennen beim Sport kann ich nicht mehr, meine Knie schmerzen dann immer. Was ich später werden will, weiß ich noch nicht genau. Vielleicht Polizist, Lehrer oder Krankenpfleger.  Am meisten wünsche ich mir, dass die Mauer verschwindet.“

(Abdul ist das jüngste Kind von insgesamt vier Geschwistern. Seine Familie wohnt an einem Abhang mit Blick auf Beit Jalla. 2006 erhielt die Familie eine „landconfiscation order“ – drei Seiten auf Hebräisch, davon eine Seite als Landkarte. Offziell ist es den Bewohnern von Al Walaja nicht erlaubt, in ihrem Dorf zu bauen oder zu renovieren, weil sie in Area C leben und nicht in Area A. Abduls Haus wurde in der Vergangenheit von israelischen Bulldozern zerstört. Der Vater baute das Haus wieder neu auf. Dies passiert in der Westbank in Area C täglich. Es gibt Familien, die ihre Häuser bis zu zehnmal wieder aufgebaut haben, immer mit der Gefahr, dass es erneut zerstört wird. „Existence is resistance“, sagen die Palästinenser.)

Hintergrund: Al Walaja ist ein Dorf in der Nähe von Bethlehem, in dem rund 2000 Menschen leben. Die Mauer der israelischen Regierung, die offiziell aus Sicherheitsgründen gebaut wird, soll künftig das gesamte Dorf umzingeln, um die benachbarten jüdischen Siedlungen Gilo und Har Gilo von der Westbank zu trennen und zu israelischem Gebiet zu machen, während Al Walaja in Area C verbleiben soll. Die Mauer wird nicht nur die Dorfbewohner von ihrer Umgebung – Schulen, Kliniken, öffentliche Einrichtungen, Freunde und Familien, – trennen, sondern beinhaltet auch eine Landkonfiszierung des Staates Israel von 1600 Dunum Ackerfläche (1 Dunum= 1000 m²). Al Walaja steht stellvertretend für alle Dörfer und Gemeinden in der Westbank, die ihr Land und ihren Zugang zu einem normalen Leben beklagen. Das Dorf klagt seit 2004 dagegen am Hohen Gerichtshof in Jerusalem (derzeit 550 Fälle von Dörfern und Gemeinschaften wegen Landkonfiszierung des Staates Israel).  Nichts destrotrotz gehen die Bauarbeiten für die Mauer täglich in rasanter Geschwindigkeit voran. In September vergangenen Jahres besuchte eine Delegation von EU-Parlamentariern Al Walaja, um sich ein Bild der Lage zu machen. Ein kurzes Video von Palestine News Network darüber gibt es hier: http://www.youtube.com/watch?v=oVZgnXn6t0E Die Anfrage des EU-Parlaments zum Fall Al Walaja: http://www.europarl.europa.eu/sides/getDoc.do?pubRef=-//EP//TEXT+WQ+E-2011-009045+0+DOC+XML+V0//EN Eine Karte zur Geografie der geplanten und bereits fertiggestellten Route der Mauer findet man bei UNOCHAhttp://www.ochaopt.org/documents/ocha_opt_barrier_route_alwalaja_feb_2011_a3.pdf  Mehr Hintergrundinformationen zum Dorf  Al Walaja und seinen Bewohnern liefert The United Nations Relief and Works Agency for Palestine Refugees in the Near East (UNRWA): http://www.unrwa.org/userfiles/2010070915338.pdf

Eine Antwort to “Existence is resistance Al Walaja”

  1. gismorundsusi 31/01/2012 um 5:03 pm #

    Ich hoffe aus ganzem Herzen, dass endlich diese Zionisten entlarvt werden und ihre gerechte Strafe bekommen.

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