Im Ungleichgewicht

1 Okt

Schwarz auf weiß: Wer siich in der Diskussion um den Israel-Palästina-Konflikt jenseits von Emotionen bewegen möchte, kann sich zumindest auf Zahlen verlassen. Quelle: UN Ocha

Schwarz auf weiß: Wer sich in der Diskussion um den Israel-Palästina-Konflikt jenseits von Emotionen bewegen möchte, kann sich auf diese Zahlen beziehen. Mit einem Doppelklick vergrößern Sie das Bild.                      Quelle: UN Ocha

 

 

Manchmal ist es besser, Zahlen sprechen zu lassen.

Vor allem, wenn sie so eindeutig sind wie in diesem Fall. Oder bei Argumenten, die lauten: Ich kann da jetzt keine Stellung beziehen, das steht mir nicht zu. Es steht jedem einzelnen von uns zu, sich eine Meinung zu bilden. Dafür brauchen wir Informationen. Das Büro der Vereinten Nationen in Ost Jerusalem arbeitet mit Fokus auf Erhebungen, Landkarten und engmaschigem Monitoring zu den Ereignissen in den Besetzten Gebieten (Gaza, Westbank, Ost Jerusalem, Golanhöhen).  Das „Office for the Coordination of humanitarian affairs for the occupied palestinian territories – kurz: UN Ocha – vereint auf seiner Webseite wöchentliche Berichte, Dokumentationen, Karten zu allen Gebieten (inklusive Mauerverlag, Checkpoints, Straßensperren, Erdwälle, Siedlerstraßen und weiteres) sowie Schwerpunktreports zu Sonderthemen (Area C, Hauszerstörungen, Situation Gaza/Jerusalem). Wer die deutsche Berichterstattung als zu mager empfindet und tiefergehende Hintergrundinformationen erhalten möchte, kann sich dort auch für Newsletter anmelden.

Das deutsche Netzwerk des ökumenischen Begleitprogramms EAPPI entsendet jährlich rund zwölf Teilnehmer in die besetzten palästinensischen Gebiete und Israel. Auf der Webseite der Organisation erfährt man u.a., wie man sich dafür bewerben kann. Außerdem können User die Blogfunktion abonnieren und erhalten dann alle Berichte der Menschenrechtsbeobachter direkt in ihr E-Mailfach.

 

Schild in dem Fridensprojekt Tent of Nations der palästinensischen Familie Nasser, von einem Kind gemalt. Foto: L. Haensel

Schild in dem Friedensprojekt Tent of Nations/Zelt der Völker der palästinensischen Familie Nasser, von einem Kind gemalt.                                     Foto: L. Haensel

Wer die Möglichkeit hat, sollte selbst nach Israel und Palästina reisen. Es geht nichts über das eigene Sehen, Beobachten, Reisen, Sprechen mit den Menschen vor Ort. Dahin, wo es schön ist und wundersam. Denn das ist die Region  – trotz des Konfliktes. Aber es tut auch weh, die Realität wahrzunehmen und zu erfassen. Die Deutschen haben einmal die halbe Welt okkupiert, Menschen unterjocht, gedemütigt, getötet. Die deutsch-jüdische Kultur wurde fast vollständig zerstört. Die Trauer darum bleibt bis heute. Rassisten und Antisemiten, Sexisten und Homophoben muss ein Stop-Schild vorgesetzt werden. Wir wollen das nicht mehr, wir, die wir so vielen Menschen bereits Leid angetan haben.

Die israelische Besatzung muss ein Ende haben, damit beide Völker, Palästinenser und Israelis, in Frieden und Gleichberechtigung leben können. 

Eine Randbemerkung von Liva Haensel

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